Band 1 (2004)

Alexander Ritter (Hg.): Charles Sealsfield – Perspektiven neuerer Forschung. ISBN 978-3-7069-0197-0. 237 Seiten.

Der Band veröffentlicht die Vorträge des im Mai 2002 von der Internationalen Charles-Sealsfield-Gesellschaft, der Österreichischen Gesellschaft für Literatur und der Arbeitsstelle zur Erforschung der deutschsprachigen mährischen Literatur in Olmütz veranstalteten „Charles-Sealsfield-Symposions“ sowie weitere Aufsätze zur deutschsprachigen Literatur des 19. Jahrhunderts. Die Autoren sind u. a.: Jörg Krappmann, Wynfrid Kriegleder, Primus-Heinz Kucher, Paul Michael Lützeler, Heike Paul, Gustav-Adolf Pogatschnigg, Alexander Ritter, Gabriela Scherer, Jerry Schuchalter und Herbert Zeman.

 

Band 3 (2003)

David Christoph Seybold: Reizenstein. Die Geschichte eines deutschen Officiers. Herausgegeben, kommentiert u. mit einem Nachwort versehen von Wynfrid Kriegleder. ISBN 978-3-7069-0198-7. 412 Seiten.

Der 1778/79 veröffentlichte Roman „Reizenstein“, der mit dieser Neuedition wieder zugänglich gemacht wird, ist der erste deutschsprachige Roman, der sich mit den zeitgenössischen Ereignissen in Nordamerika – der amerikanischen Revolution – auseinandersetzt. Was den Text besonders interessant macht, ist die Tatsache, dass er geschrieben wurde, noch bevor der Krieg in Amerika zu Ende war, also noch bevor fest stand, ob die englischen Kolonien tatsächlich unabhängig werden würden, und lange bevor sich die künftigen Vereinigten Staaten eine politische Verfassung gaben. Der Roman, der eine Gegenwartshandlung utopisch in die unmittelbare Zukunft weiterspinnt, erlaubt einen faszinierenden Einblick in die zeitgenössischen europäischen Erwartungen an Amerika; er etabliert ein USA-Image, das in der fiktionalen Literatur der nächsten sechzig Jahre, bis hin zu Charles Sealsfield, fortgeführt werden sollte. Die vorliegende Edition bietet einen diplomatischen Abdruck der Erstausgabe, einen Stellenkommentar und ein ausführliches Nachwort, das den Autor vorstellt, Interpretationshinweise liefert und den Text in die Geschichte des deutschen Amerikaromans einordnet.

 

Band 5 (2007)

Alexander Ritter (Hg.): Charles Sealsfield – Lehrjahre eines Romanciers 1808-1829. Vom spätjosephinischen Prag ins demokratische Amerika. ISBN 978-3-7069-0302-8. 314 Seiten.

Die philologische Beschäftigung mit dem Schriftsteller Charles Sealsfield (Carl Postl, 1793-1864) hat in den letzten Jahren auf verschiedene Forschungslücken verwiesen. Thema und Inhalt des Sammelbandes sind daran orientiert. Fünfzehn Wissenschaftler aus Deutschland, Großbritannien, Österreich, Slowenien, Tschechien und den USA äußern sich zu Aspekten gesellschaftspolitischer und kulturgeschichtlicher Einflüsse von Universitätsausbildung, Freimaurerei und Amerikakenntnis, denen der Theologiestudent und Priester während seiner Prager Zeit im Kontext von Josephinismus, Literaturentwicklung und Zensur ausgesetzt war. Weitere Beiträge gehen auf Umstände der Biographie und Produktionsgeschichte während Postls erstem Amerikaaufenthalt von 1823 bis 1826 ein. Eine bibliographische Übersicht zum Forschungsgang 2004 bis 2007 schließt den Band ab.

 

Band 6 (2008)

Alexander Ritter (Hg.): Charles Sealsfield im Schweizer Exil 1831-1864. Republikanisches Refugium und internationale Literatenkarriere. ISBN 978-3-7069-0512-1. 326 Seiten.

Der in der Habsburgermonarchie geborene Schriftsteller Charles Sealsfield (Carl Anton Postl, 1793-1864) hat von 1831 bis 1864 in der Schweiz gelebt. In seinem Exil, für das er sich nach der Flucht 1823 in die USA und fast zwei Jahrzehnten ruhelosen Reisens zwischen Europa und Amerika entscheidet, entstehen jene Romane, die seine literargeschichtliche Bedeutung ausmachen. Thema und Inhalt des Sammelbandes orientieren sich an diesen biographischen und werkgeschichtlichen Umständen. Siebzehn Wissenschaftler aus Deutschland, Japan, Österreich, der Schweiz, Slowenien und den USA setzen sich mit Themen der Biographie, des Schweizbildes und der Mehrsprachigkeit in den Romanen, mit text- wie rezeptionsge¬schichtlichen Fragen auseinander. Mehrere werkvergleichende Beiträge gehen den Bezügen zwischen Sealsfields Texten und denen von Jeremias Gotthelf, Alfred Hartmann und Franz E. Pipitz nach, der zeitgenössischen böhmischen Vormärzliteratur sowie dem Wirken von Anastasius Grün und Leopold Kordesch im slowenische Kulturraum. Eine bibliographische Übersicht zum Forschungsgang 2007 bis 2008 schließt den Band ab.

 

Band 7 (2010)

Wynfrid Kriegleder / Gustav-Adolf Pogatschnigg (Hg.): Die Geschichten des Charles Sealsfield. Zeitschriftenveröffentlichungen und Vorlagen. ISBN 978-3-7069-0576-3. 158 Seiten.

Der als Carl Anton Postl 1793 in der Habsburgermonarchie geborene und 1823 in die USA geflüchtete Romancier Charles Sealsfield begann seine literarische Karriere mit kürzeren Prosaerzählungen, die er in amerikanischen, britischen und deutschen Zeitschriften veröffentlichte. Für seine späteren Romane verwendete er manche dieser Erzählungen wieder. Allerdings griff er auch bedenkenlos auf Erzählungen zurück, die nicht von ihm stammten, und baute sie in seine Romane ein. Der vorliegende Band versammelt all jene Geschichten, von denen wir mit gutem Grund annehmen können, dass Sealsfield selbst sie geschrieben hat, weiters jene Geschichten, deren Provenienz unbekannt ist, von denen wir aber wissen, dass er sie für seine Romane verwendet hat, und schließlich auch jene Geschichten, die nachweislich von anderen Autoren stammen, die er aber in seine Romane inkorporiert hat. Die Sammlung soll also einerseits die Entwicklung des Carl Postl/Charles Sealsfield vom literarischen Anfänger zum Romancier dokumentieren. Sie soll aber auch Material für die Erforschung seiner eigenen literarischen Ästhetik bereitstellen. Ein Vergleich der Vorlagen, also des vorgefundenen Materials, mit dem, was Sealsfield in seinen Büchern daraus gemacht hat, kann dazu beitragen, die literarische Eigenart des Autors und seine literarhistorische Position klarer zu profilieren.

 

Band 8 (2010)

Alexander Ritter (Hg.): Amerika im europäischen Roman um 1850. Varianten transatlantischer Erfahrung. 2011. ISBN 978-3-7069-0618-0, 412 S., brosch.. €-A 38,00 / €-D 37,00.

Charles Sealsfields Erzählungen über die USA, Texas und Mexiko stehen am Beginn einer Fülle von Texten über die Neue Welt, in denen europäische Autoren – anders als frühere Schriftsteller, anders aber auch als später Karl May – eigene Amerikaerfahrungen aufgriffen und verarbeiteten. Diesen Kontext der Romane Sealsfields will das vorliegende Buch erhellen. Dafür konnten Beiträger aus Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Kanada, Österreich und den USA gewonnen werden. Die hier abgedruckten Artikel werden nach bewährter Tradition ergänzt durch eine von Alexander Ritter zusammengestellte Sealsfield-Bibliographie.

 

 

Band 9 (2012)

Wynfrid Kriegleder/Gustav-Adolf Pogatschnigg (Hg.): Literarische Narrationen der Migration 2012, ISBN 978-3-7069-0666-1, 306 S., brosch.€-A 32,00 / €-D 31,10.

Der Band dokumentiert die Vorträge eine Tagung, die im September 2010 in Bergamao stattfand. Ausgehend von den fiktionalen Texten Charles Sealsfields (1793-1864), der in den 1830er- und 1840er-Jahren seine nordamerikanischen Erfahrungen literarisch verarbeitet hat, werden literarische Texte behandelt, in denen europäische Autoren eigene Amerikaerfahrungen aufgriffen und verarbeiteten.

Inhalt: Nicole Perry (Toronto): Imaginäres Reisen: Sophie von La Roche Erscheinungen am See Oneida, mit Kupfern (1798) | Stefano Rosso (Bergamo): Charles Sealsfield’s Imaginary Texas | Jeffrey Sammons (Yale University, New Haven): Charles Sealsfields Angriffe auf John Adams und John Quincy Adams als Beispiele seiner inneramerikanischen Erzählperspektive | Marc-Oliver Schuster (Wien): Die neue Sealsfield-Briefedition. Ein Zwischenbericht | Claudia Schweizer (Wien): Zur Beleuchtung der Person ‚Charles Sealsfield‘ aus dem Nachlass von Karl Maria Kertbeny | Wynfrid Kriegleder (Wien): Friedrich Armand Strubberg und sein Roman Carl Scharnhorst (1863) | Thomas Homscheid (Bamberg) „… ein elendes Spielzeug in den Händen eines kindischen Fatums“- Auswandererschicksale, Rechtsdiskurs und Kapitalismuskritik in Reinhold Solgers Roman Anton in Amerika (1862) | Nieberle, Sigrid (Erlangen): Mathilde Franziska Annekes Uhland in Texas (1866) | Peter Goßens (Bochum): Die Figur des Auswanderers in den Geschichten und Romanen Berthold Auerbachs | York-Gothart Mix (Marburg): Deutsch-amerikanische Kalender des 18., 19. und 20. Jahrhunderts | Gustav-Adolf Pogatschnigg (Bergamo): Migration und Sprachwechsel.

 

Band 10 (2014)

Wynfrid Kriegleder u. Alexander Ritter (Hg.): Charles Sealsfield, Friedrich Gerstäcker, Karl May und andere. Übersetzungen, Bearbeitungen, Adaptionen 2014, ISBN 978-3-7069-0764-4, 380 Seiten, brosch. € [A] 34,00 / € [D] 33,00.

Während der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde eine Fülle von Amerikaromanen geschrieben – faktuale und fiktionale Erzählungen über die Vereinigten Staaten. Charles Sealsfield, Friedrich Gerstäcker und Karl May sind die bekanntesten Vertreter des Genres im deutschsprachigen Raum. Diese Bücher erreichten ihr Publikum häufig nicht in der originalen Version, sondern in Bearbeitungen (z. B. für jugendliche Leser), in Übersetzungen und durch einen Transfer in andere Medien (z.B. Dramatisierungen, Comic-Versionen, Verfilmungen usw.). Insbesondere die Karl-May-Rezeption in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist ohne solche Mechanismen nicht vorstellbar. Der 100. Todestag Karl Mays bietet den Anlass, bei ihm, aber auch bei weniger prominenten Autoren diese Phänomene zu untersuchen.

 

 

Band 11 (2016)

Wynfrid Kriegleder u. Alexander Ritter (Hg.) unter Mitwirkung von Marc-Oliver Schuster: Charles Sealsfield und die transatlantische Internationalität. Biographische Konditionierung und literarische Umsetzungen 2016, ISBN 978-3-7069-0908-2, 308 Seiten, brosch. € [A] 29,70 / € [D] 28,90.

Der Band dokumentiert die Ergebnisse einer Tagung, die am 26. und 27. September 2014 unter dem Titel „Charles Sealsfields Nordamerika im 21. Jahrhundert. Neue Fragen, neue Antworten / Charles Sealsfield’s North America in the 21st Century. Unresolved Questions, New Answers“ im Geburtshaus Charles Sealsfields in Poppitz bei Znaim stattfand.
Die Beiträge beschäftigen sich mit Fragen zu politischen, sozialpsychologischen und rezeptionsgeschichtlichen Sachverhalten von Autorsbiographie und Amerikaromanen. Darüber hinaus präsentiert der Band neuere Forschungsergebnisse zur Vita Charles Sealsfields, die auf der Auswertung bisher unbekannter oder wenig beachteter Quellen beruhen.